2.22.2020

BERUFE FÜR DAS DIGITALE ZEITALTER UND GEFRAGTE KOMPETENZEN

Trend in der deutschen Wirtschaft

Deutsche Unternehmen nutzen bereits in hohem Maße digitale Technologien. Und in den vergangenen Jahren hat sich eine positive Veränderung hin zu mehr neuen und digitalen Technologien vollzogen. Der Bundesverband der Personalmanager e.V. hat innerhalb seiner Mitgliedsunternehmen eine Studie zur Nutzung digitaler Technologien durchgeführt. Diese Studie zeigt, dass digitale Technologien mit 71,3 % am weitesten für den digitalen Datenaustausch mit Lieferanten, Dienstleistern und Kunden verbreitet sind. Die Nutzung digitaler Vertriebswege folgt mit 69,5 %. Digitale Dienstleistungen wie z. B. Cloud Services nutzen gut 60 % der Unternehmen und rund 40 % der Unternehmen setzen Big Data-Analysen ein.

Die digitale Transformation vollzieht sich auch in Form mobiler Anwendungen. Apps für Smartphones werden mit hohem Fachwissen und großem Arbeitsaufwand entwickelt. Webanwendungen brauchen Entwickler, die fundierte Programmierkenntnisse in mehreren Programmiersprachen mitbringen.

In der Industrie spielt die Vernetzung von physischen und virtuellen Alltagsgegenständen (25,6 %) sowie von Maschinen und Produktionsanlagen über das Internet (19,3 %) eine wichtige Rolle. Durch den Einsatz digitaler Technologien verändern sich auch die Produktionstechnologien.

In allen genannten Bereichen ist in den letzten Jahren eine starke Steigerung zu beobachten. Beim digitalen Datenaustausch mit Lieferanten, Dienstleistern und Kunden hat es im Lauf der vergangenen zwei Jahre einen Zuwachs von fast 17 % gegeben. Die Nutzung der digitalen Vertriebswege ist um über 18 % angewachsen. Die Nutzung digitaler Dienstleistungen wie etwa Cloud Dienste hat in den letzten zwei Jahren um satte 25,7 % zugenommen.

Die starke Entwicklung zur datengetriebenen Digitalisierung sorgt für eine Flut von Daten, die gesichtet, gemanagt und gesichert werden wollen. Auch kleinere Unternehmen sammeln große Datenmengen, die sinnvoll strukturiert, aufbereitet, analysiert und gesichert werden müssen. Digitalisierung und große Datenmengen bedeuten für die Unternehmen, dass neue Aufgaben entstehen, denn der Umgang mit den Daten ist mit einem ganz erheblichen Arbeitsaufwand verbunden. Sind die Unternehmen der Daten erst einmal Herr geworden, geht es um deren Bewertung und Nutzbarmachung und um die betriebswirtschaftlichen Erkenntnisse, die aus den Daten gewonnen werden können.

 

Welche digitalen Berufe bieten eine gute Zukunft?

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung entstehen laufend neue berufliche Aufgabenfelder mit guter Jobperspektive. Im Zusammenhang mit der Digitalisierung entstandene neue Berufe sind zum Beispiel:

  • der Data Engineer,
  • Data Scientist,
  • Data Strategist,
  • Social Media Manager und
  • SEO-Manager,
  • UI/UX-Designer,
  • IT-Security-Experten,
  • Softwareentwickler und
  • App-Entwickler.

Beispielhaft für die Berufe, die mit den großen Datenmengen umgehen, die durch die Digitalisierung entstehen, greifen wir nun die Tätigkeit des Data Scientist heraus und beschreiben sie genauer.

Was bearbeitet ein Data Scientist? Data Science ist eine Wissenschaft, die sich stark mit den Disziplinen Informatik, Mathematik, Statistik und BWL überschneidet. Die Datenwissenschaft hat einen großen Praxisbezug und wertet große Datenmengen unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge aus.

Datenwissenschaftler sind für die Entwicklung von Verfahren verantwortlich, mit denen große Datenmengen gut strukturiert und verarbeitet werden können. Dazu gehört auch die verständliche Kommunikation der Datenauswertung, damit im Unternehmen aus den Daten die richtigen Schlüsse gezogen und in der Folge die richtigen Entscheidungen gefällt werden können.

Dieser Mitarbeiter trägt also eine hohe unternehmerische Verantwortung, da die Ausrichtung des Unternehmens auf Grundlage seiner Datenanalysen vorgenommen wird. Auch der Datenschutz ist für den Data Scientist ein wichtiges Thema. Denn oft genug geht es bei den analysierten Daten um sensible Kundeninformationen.

Wie kann ich mich für die Berufe im digitalen Zeitalter qualifizieren?

Die beste Grundlage ist natürlich ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium mit IT-Bezug oder in einem der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Doch Achtung: Viele Studenten der MINT-Fächer sind stark überfordert. Jeder Vierte, in manchem Jahrgang sogar jeder Dritte, bricht das Studium ab. Soziale Kompetenzen (von denen eigentlich erst im nächsten Abschnitt die Rede ist) erleichtern jedoch das Studium. Denn Lerngruppen verbessern die Bewältigung des manchmal schwierigen Lernstoffs. Was der eine nicht gleich versteht, kann der Kommilitone vielleicht besser erklären. So pushen sich die MINT-Leute gegenseitig.

Wie aber geht digitales Zeitalter ohne Hochschulstudium? Wer nicht studieren möchte, kann mit hervorragender Jobperspektive in der IT den Einstieg über die klassische Ausbildung suchen. Verschiedene Ausbildungsgänge stehen zur Auswahl. Die Ausbildungsgänge zum Fachinformatiker etwa richten sich an vier verschiedene Fachrichtungen:

  • Anwendungsentwicklung,
  • Daten- und Prozessanalyse,
  • digitale Vernetzung und
  • Systemintegration.

Weiter gibt es den kaufmännischen Bereich in der IT, in dem du dich ohne MINT-Studium qualifizieren kannst: Kaufmann für Digitalisierungsmanagement und Kaufmann für IT-System-Management.

Wer schon ein Studium oder eine Ausbildung absolviert hat, für den sind berufsbegleitende Aus- oder Weiterbildungen die Lösung.

Beispiele für Weiterbildungen im digitalen Bereich sind: die Google Zukunftswerkstatt und Kurse über zwei bis drei Monate bei zahlreichen Kurs- und Seminar-Anbietern.

Die Data Science Business Akademie zum Beispiel bietet in Köln Qualifizierungen in den Bereichen Predictive Analytics und Big Data an.

Die iubh Internationale Hochschule ermöglicht Online-Kurse und Studium mit Präsenzveranstaltungen vor Ort mit dem Abschluss Bachelor Digital Business (B.A.).

Im Master-Fernstudiengang Data Science und IT-Sicherheit M.Sc. vermittelt die Hochschule Fresenius Fachwissen in der Datenanalyse und -auswertung und ergänzt dieses durch weitere Kenntnisse in der Informationssicherheit.

In zwölfwöchigen Intensivkursen können bei “neue fische” Kenntnisse in Web Development oder Data Science an drei Standorten in Deutschland erworben werden.

Insgesamt ist die digitale Bildung in Deutschland eher auf niedrigem Niveau angesiedelt. Denn große Teile der deutschen Bevölkerung stehen den Entwicklungen der Digitalisierung immer noch kritisch oder mit staunenden Augen gegenüber. Generell besteht nur ein geringes Interesse an den Technologien der Zukunft. Und dies, obwohl der größte Teil der Bevölkerung keinen Mangel an Informationsmöglichkeiten hat. Denn sie nutzen Internet und Smartphones täglich und in großem Umfang.

Wer sich rechtzeitig im Bereich der digitalen Berufe qualifiziert, hat also derzeit gute Chancen auf einen Job. Denn im Reich der Blinden ist der Einäugige König.

 

Welche Kompetenzen sind neben dem Fachwissen ganz besonders wichtig?

Im Zuge der Digitalisierung werden nicht nur höhere Anforderungen an die IT-Kompetenzen gestellt, sondern auch an soziale und persönliche Kompetenzen. Denn in der digitalen Arbeitswelt werden Arbeitsorte und -zeiten zusehends flexibler. Auch die Kommunikationswege verändern sich. Neue Technologien lassen Tätigkeiten entstehen, die wiederum neue Kompetenzen im sozialen Bereich erfordern.

In einer sehr flexiblen Arbeitsorganisation ist es wichtig, mit hoher Kooperationsbereitschaft und ausgeprägter Kommunikationsstärke ausgestattet zu sein. Denn das Vermögen zur Zusammenarbeit ist essenziell, um aus einem Kollegenkreis ein funktionierendes, produktives Team zu bilden. Ein Mitarbeiter, der gerne kooperiert, kann auch schwierige Teammitglieder integrieren, die oft genug fachlich hervorragende Lösungen haben. Denn bei IT-Projekten ist gemeinsames Handeln wesentlich für den Erfolg. In der Kommunikation mit mehreren Personen sollen positive Ergebnisse erreicht werden. Dazu ist es gut, erst gut zuhören und dann auf Aussagen sensibel reagieren zu können. Informationen müssen dazu mündlich und schriftlich verständlich weitergegeben werden. Redegewandtheit und Überzeugungsfähigkeit lassen sich erlernen, damit Lösungen auch für schwierige Projekte gut vermittelt werden können.

Auch über Veränderungsbereitschaft und Flexibilität sollen die Mitarbeiter verfügen. In einem zunehmend flexiblen Arbeitsumfeld werden Mitarbeiter benötigt, die selbstständig agieren, sowie gut planen und organisieren können. Die Veränderungsbereitschaft ist wichtig in einem Bereich, der sich ständig weiterentwickelt. Denn Veränderung ist im digitalen Zeitalter ein Dauerthema.

Eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes zu den Weiterbildungsstrategien der deutschen Unternehmer zeigt, dass der Entwicklung von Soft Skills eine wichtige Rolle zugeschrieben wird. Überraschend ist, dass die Bedeutung des beruflichen Fachwissens bei den befragten HR-Managern mit den Soft Skills gleichauf liegen. Kundenorientiertes Handeln fordern 49,6 % der Unternehmen von neuen Mitarbeitern. Was bedeutet aber für dich, kundenorientiert zu handeln? Die Antwort ist relativ einfach: Es geht darum freundlich und verbindlich zu sein und Verständnis für andere Menschen zu haben. Kannst du an einem schlechten Tag freundlich sein? Kannst du konkrete Antworten auf Kundenfragen geben, ohne mit Ausreden oder Ausflüchten zu reagieren? Auch für Kunden, die erbost sind, weil ein Projektschritt nicht gut läuft, solltest du noch Verständnis aufbringen können.

Teamfähigkeit wünschen sich 43,1 % der HR-Manager und auch Problemlösungskompetenz zählt mit 29,8 % zu den wichtigsten Qualifikationen.

Überall, wo Menschen aufeinandertreffen, ist Zusammenarbeit im Team wichtig. Im Team zusammen zu funktionieren, bedeutet nicht, zu allem “Ja” zu sagen, sondern eigene Ideen einbringen und diese auch vertreten zu können. Echte Teamarbeit ist konstruktiv im Sinn eines Interessenausgleichs. Auch Kritik solltest Du aushalten können. Manchmal werden gute Ideen zugunsten von besseren verworfen.

Problemlösungskompetenz bedeutet im Berufsleben, Lösungen zu finden, selbst wenn diese nicht klar auf der Hand liegen, und nicht gleich aufzugeben, wenn es kompliziert wird und sehr lange dauert. Chefs schätzen Mitarbeiter mit Problemlösungskompetenz. Denn technische Probleme wie etwa bei der App-Entwicklung verlangen auf dem Weg zur Lösung genau dieses Vermögen.

Fazit

Wie sieht also die Zukunft in einem der neuen digitalen Berufe aus?

Fakt ist, dass die Personalabteilungen in Deutschland immer öfter mehrere Monate brauchen, um offene Stellen etwa mit Data Scientists oder Data Engineers zu besetzen. Der Kampf um die Talente ist hier bereits Realität geworden und kostet die Unternehmen viel Zeit und Geld. Viele Stellen können von den Unternehmen nicht besetzt werden, da die notwendigen Fachkräfte fehlen. Und die Gefahr, durch fehlende Mitarbeiter den Anschluss in der digitalen Welt zu verpassen, ist groß. Für die Zukunft lassen sich sogar existenzbedrohende Folgen für die Unternehmen vorhersagen. Die starke Nachfrage nach Fachleuten für digitale Bereiche ist ein deutlicher Hinweis auf die Zukunftschancen, die diese Berufe bieten.

Wichtig ist, mit Aus- und Weiterbildung die Grundlagen zu schaffen, um in den digitalen Berufen die gutbezahlte Jobperspektive wahrnehmen zu können.

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